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  Typocancer : Das Matthew-Manning-Prinzip  
   
    Diese Arbeit zum Thema Typographie befasst sich mit der Idee, einen Text als Körper, als lebenden Organismus zu verstehen. Wie jede lebende Struktur wäre er dann auch dem Verfall und der Regeneration seiner Einzelzellen unterworfen - und mitunter auch der Entartung derselben. Diese krebsartigen Wucherungen deformieren und entstellen das Erscheinungsbild des Textes in einer Weise, die seine Lesbarkeit entgegenwirkt, im "Endstadium" ein Entziffern und Erfassen des Inhalts unmöglich macht. Um die Lesbarkeit wieder herzustellen, bedarf es "heilender Hände". Mit den Fingern entfernt der Benutzer die entarteten Lettern aus dem Textkörper. Die Deformationen verschwinden und an der Leerstelle wächst ein "gesunder" Buchstabe nach. Der verwendete Text bezieht sich auf den Engländer Matthew Manning, der wie Uri Geller allein durch Konzentration in der Lage war, Metallgegenstände zu verformen und darüber hinaus im Bezug auf Krebs über "heilende Hände" verfügen soll.


   
    Die Installation präsentiert den Text in Form einer Projektion, die von unten gegen eine in einen Tisch eingelassene semitransparente Fläche geworfen wird.
Eine Kamera verzeichnet ebenfalls von unten die Interaktion des Benutzers auf der Tischfl.

   
    Die Projektionsfläche besteht aus einem flexiblen Material, und wird durch einen Luftstrom, der in den Raum zwischen ihr und einer darunter liegenden Glasplatte geleitet wird, in gewölbter Spannung gehalten. Die Interaktion mit dem nachgiebigem Material verleiht dem Objekt den Schein von Körperlichkeit: Der Text bekommt so auch eine Art von haptischer Präsents. Die Glasplatte verhindert das zu tiefe Eindrücken und ist zugleich die Fläche, auf der sich die Konturen der Finger scharf abbilden. Diese werden von der Kamera erfasst und steuern die Interaktion.

   
    Mit den Fingern lassen sich nun die "entarteten" Lettern über die Textoberfläche verschieben, wobei das Buchstabenmaterial verzerrt wird. Ist damit eine bestimmte Spannung überschritten, reisst der "Tumor" aus dem ihn umgebenden Textgewebe und kann über den Rand der Projektion entfernt werden. An der entstandenen Leerstelle wächst der entsprechende Buchstabe neu nach.