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  Frequency - B  
   
    Produktion der Video-Sequenzen (Regie, Camera,
Schnitt, Programmierung des Präsentations-Tools)
für die Tanzperformance "Frequency - B"


Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit
Juschka Weigel (Choreographie / Tanz),
Daniel Regenberg (Komposition / Musik)
Miguel Muñoz (Lichtdesign).

Länge der Aufführung : ca 60 Min
Gesammtlänge der Videosequenzen : ca 30 Min

Link zur Produktion :
http://www.juschka-weigel.de/deutsch/frequency_b.html

Das Stück :

Was ist der physikalisch-pragmatische Teil einer Bewegung, was andererseits der kulturelle, historische, psychologische etc.?
Was an einer Bewegung dient nur primären Zwecken, wie etwa der Fortbewegung, -pflanzung, was kann dagegen als Zeichensystem gelesen werden und Auskunft geben über den Hintergrund des sich Bewegenden, seine Herkunft, seine psychologische Disposition und sein soziales bzw. kulturelles Milieu?
Fünf Grundbewegungen hat sie ihrem Stück zugrunde gelegt und diese choreographisch verarbeitet: einnehmende Bewegungen, wie z.B. das Heben eines Glases, auswerfende Bewegungen, wie das Wegwerfen eines Gegenstandes, spiralförmige Bewegungen, wie das Herunterdrücken einer Türklinke, wiederholende Bewegungen, wie man sie beim Kratzen beobachten kann und zuletzt solche Bewegungen, wie sie im Englischen kurz und knapp mit dem Wort „to put“ übersetzt werden – also alles, was sich unter „setzen, stellen, legen“ zusammen fassen lässt.
In diesem Zusammenhang spielt Ordnung / Systematik im Alltag eine große Rolle und die Frage, wie weit sie Sinn macht und wann sie bedrohlich wird . Unweigerlich ergibt sich die Frage nach dem Verhältnis von Macht und Bewegung.


Die Video-Sequenzen :

Das Video Material musste unterschiedlichen Anforderungen genügen :

- Illustrative Sequenzen, die exemplarisch verschiedene
  Beispiele der thematisierten Bewegungen zeigen.

- Dokumentarische Szenen, das Beobachten einer Person
  über den Zeitraum eines Tages hinweg.

- Beobachtungen, die wiederum diese Person aus ihrer Sicht
  macht.

- Eine Interview-Situation, in der ein (fiktiver)
  Wissenschaftler die Bedeutung der thematisierten
  Bewegungen und ihre Beziehung zum Dasein erläutert.
  (dargestellt in Form einer scheinbar aus dem Fernsehen   mittgeschnittenen wissenschaftlichen Sendung)

Neben den inhaltlichen Fragestellungen ergibt sich bei dem Vorhaben, eine Tanzperformance mit Videobildern zu begleiten, das Problem der "geteilten Aufmerksamkeit".
Es stellt sich die Frage ob (und wie) es möglich ist, Momente des Tanzes und der Videobild-Sequenzen parallel, also gleichzeitig, zu präsentieren.
In einer solchen Situation stehen die beiden Formen in direkter Konkurrenz um die Aufmerksamkeit des Zuschauers.
Da es kaum möglich ist, den Fokus der Aufmerksamkeit auf zwei Phänomene gleichzeitige zu richten, die beide für das Verständnis des Stücks nötige Informationen liefern, wäre es eine grobe Unaufmerksamkeit, dem Zuschauer ebendas abzuverlangen.

Um dieses Problem zu lösen, kamen verschiedene Ansätze zur Anwendung, und, ja, es mussten Kompromisse gemacht werden.

Während der Präsentation von Video-Sequenzen, die die volle Aufmerksamkeit des Publikums unbedingt erforderten,( zb die Interview - Szenen) wurde der Tanz tatsächlich ausgesetzt, (und die Tänzerin im rahmen des Stückes selbst temporär zum Zuschauer gemacht).

Die Wiederholung der Video-Sequenz.
Nach kurzer Zeit ist der Zuschauer hierbei mit der Bewegtbild-Abfolge vertraut und kann sich, mit der erhaltenen Information versehen, ganz den Bewegungen der Tänzerin zuwenden. Er kann sich aber auch jederzeit, sozusagen zur Versicherung seines Wissens, wieder kurz der Projektion zuwenden.

Das Dehnen der Sequenz zu zeitlupenhafter Langsamkeit.
Der Unterschied der Bilder, die Veränderung des Dargestellten findet über einen langen Zeitraum gestreckt statt.
Diese Form fordert nur gelegentlich die Aufmerksamkeit des Betrachters ein, der sich damit über den aktuellen Zustand ins Bild setzt.
Die konsequenterweise minimale Bildveränderung drängt sich auch nicht aggressiv unterschwellig ins Bewusstsein des Zuschauers, der das Bild so nur am Rande wahrnimmt, und unabgelenkt den Bewegungen der Tänzerin folgen kann.

Auf diese Art war es möglich, die erforderlichen ca 30 min Videomaterial in 7 Teilen über die 60 min des Stücks gestreut zu platzieren.